Dem Volke dienen

Wer die Wahl hat, hat die Qual

„Wer die Menschen verwirrt, wer sie ohne Grund in Unsicherheit, Aufregung und Furcht versetzt, betreibt das Werk des Teufels“.
Franz Josef Strauß 1915-1988

In jedem Jahr finden Wahlen statt. Wahlen in Gemeinden und Städten, in Landkreisen und Bundesländern, die des Bundespräsidenten, und alle 4 Jahre auch die des Bundestages. Zu jedem Wahlkampf werden Wahlprogramme vorgestellt. Die Parteien wollen mit ihren Programmen ihre Wähler aus der letzten Wahl behalten und noch neue Wähler gewinnen.

Es ist wie bei einem Streitwagenrennen im Kolosseum im alten Rom. Der Lenker mit dem leichtesten Streitwagen und den schnellsten Pferden gewinnt. Es wurde im Kolosseum auch nachgeholfen, die Peitsche hat nicht nur die eigenen Pferde getroffen. Der, der einen schwereren Streitwagen fährt versuchte den leichteren aus der Bahn oder in die Bande zu drängen. Im Film „Ben Hur“ wurde dann auch noch eine Sichel aus der Nabe des Rades gefahren und die Speichen des Rades des Gegners zerfetzt. Heute wird dies verbal in Streitgesprächen und in den Medien ausgetragen. Die Auseinandersetzungen der Parteien und deren Kontrahenten verhalten sich zeitgemäß.

Diskutierst du dann mit jemanden über die Absichten einer Partei, dann bekommst du manchmal die Antwort: „Ach, die haben doch kein Programm“. Fragst du dann nach „Hast du das Programm gelesen“, dann bekommst du die Antwort „nein, habe ich nicht“. Diese Aussagen sind nicht vereinzelt, das ist sehr oft. Wie wählt dann diese oder jener, der kein Programm kennt? Es kommt scheinbar nicht auf die Programme an. Ist es der Lenker des Streitwagens, dem das Volk zujubelt? Eigentlich muss ich doch dem Rennstall huldigen, denn der Lenker des Streitwagens kann immer ausgetauscht werden. Man hat es bei der Bundestagswahl 2021 gesehen. Bei einer Partei hatte eine Bewerbergruppe es nicht geschafft die Mehrheit für den Parteivorsitz zu bekommen. Die Partei hatte diesen Bewerbern nicht zugetraut den Wagen zu lenken. Es wurden andere gewählt. Der Unterlegene wurde aber der Spitzenkandidat dieser Partei. Weil diese Partei, dieser Rennstall, keinen anderen Kandidaten hatte, dem sie den Streitwagen anvertrauen konnten? Oder dachte der Rennstall: egal, wir haben doch keine Chance. Zwei Lenker sind nicht zugelassen! Welch ein Witz, der eine sagt Hüh, der andere Hot!

Zu dieser Bundestagswahl gab es keinen Wahlkampf. Es war weder ein Kampf, noch eine Auseinandersetzung. Es war die Angst die den Wähler zu seiner Entscheidung getrieben hat? Die Angst vor Corona, dem Klimawandel … oder die Angst vor was? Es war wie bei fast jeder Wahl. Der oder dem einen darf ich nicht Erst- und Zweit-Stimme zusammengeben, sonst wird sie oder er zu mächtig. Also gebe ich die Erststimme dem einem Streitwagenlenker und die Zweitstimme dem anderen Rennstall. Welch ein „Schwachsinn“, es ist wie, wenn ein Mann, der Gürtel und Hosenträger trägt, weil er weder dem Gürtel, noch den Hosenträgern allein traut. Aber dem einen Wagenlenker traut er, dem anderen Rennstall nicht, aber beiden zusammen ja.

So ist es dann auch gekommen. Ein verkorkstes Ergebnis. Darauf werde ich sicher noch näher eingehen.