Drei blinde Mäuse
Es war einmal … so fangen viele schöne, aber auch gruselige Märchen an
Es war einmal, und es ist auch heute noch, ein sehr großes Land. Über Jahrhunderte haben immer wieder Länder gegen dieses Land Kriege geführt. Diese Länder sind zu unterschiedlichen Zeiten in dieses Land eingefallen und haben Abermillionen Menschen umgebracht. Der Grund war die Weite dieses Landes und die unermesslichen Vorkommen von Rohstoffen aller Art. Den einen schwebte der Raumgewinn für ihre Eroberungen vor, den anderen, in der jüngeren Zeit, die Aufteilung dieses Landes in Parzellen. Diese denken, dass sie kleine Parzellen leichter mit Willigen in den Regierungen lenken können.
In den letzten Dekaden haben diese Länder fast alle Länder an der westlichen Grenze dieses Landes in ihre Gemeinschaften aufgenommen. Bis auf eines, das die Lücke in der Mitte schließen sollte. Mit einem Putsch sollte, was mit Verträgen nicht geglückt war, dieses Land in die Gemeinschaften gelockt werden. Die darauffolgenden Vereinbarungen sollten das große Land beruhigen. Diese Vereinbarungen dienten dazu dem Land der letzten Lücke Zeit zu geben. Dies haben dann auch die Regierungsspitzen einiger Länder der Gemeinschaften zugegeben. Zeit zu geben, um die letzte Lücke bis an die Zähne zu bewaffnen und die Männer und Frauen zu Kriegern auszubilden. Dieses Land sollte die Speerspitze gegen das große Land werden.
Das Große Land hatte in der Vergangenheit manchen Vereinbarungen und Versprechungen geglaubt. Mit dem letzten Plan musste das Große Land einsehen, dass Vereinbarungen und Versprechungen nicht eingehalten wurden. Damit ist dieser Plan ist nicht aufgegangen. Das Große Land hat diesen Plan durchschaut und Gegenmaßnahmen ergriffen. Die Länder der Gemeinschaften verstärkten ganz offen die Waffenlieferungen und unterstützen die Krieger bei der Bedienung komplizierter Waffen. Sie versorgten die Krieger auch mit Informationen und anderer geheimdienstlichen Nachrichten.
So geht das nun schon seit fast vier Jahren. Nun sagt einer aus diesen Gemeinschaften: „Ich habe keine Lust mehr mit Euch dieses Spiel zu spielen. Meine Interessen haben sich geändert, ich werde meine Interessen in andere Gebiete dieser Welt verlagern“. Welch ein Schock! Darauf war der Rest dieser Gemeinschaften nicht vorbereitet. Sie waren nicht darauf vorbereitet, denn der Vorgänger dieses Mannes war ihr Anführer in diesem verdorbenen Spiel. Dieser Mann hat zwar während seines Wahlkampfes immer wieder gesagt: „Ich werde den Frieden bringen!“ Sie glauben, dass dieser Mann seine Absichten nicht verwirklichen kann. Vielleicht denken sie, dass die Leute, die hinter diesem Mann stehen, seine Absichten torpedieren werden. Das kann sein, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass sich die Situation in der Lücke dieser Gemeinschaften geändert hat.
Der Anführer des Großen Landes macht seit Monaten Ernst. Das wollen die Willigen aber nicht wahrhaben. Die Krieger in der Lücke werden immer weniger. Den Gemeinschaften der Willigen geht das Geld aus. Sie sparen in ihren Haushalten bei lebensnotwendigen Ausgaben, erhöhen die Ausgaben für andere Bereiche und decken die Lücken mit neuen Schulden. Nun rüsten sie auch noch auf. Einige sagen ihren Bürgern, dass das Große Land sie in einigen Jahren überfallen wird. Damit wollen sie ihren Bürgern Angst machen. Bei den Gemeinschaften tun sich drei besonders hervor. Es sind die drei, deren Länder am wirtschaftlichen Abgrund stehen. Sie werden den Ritt in den Abgrund nicht mehr lange fortsetzen.
In der Vergangenheit waren die Weite des Landes und die Bodenschätze Begehrlichkeiten für die Länder, die das Große Land immer wieder überfallen haben. Nun wollen diese Gemeinschaften auch noch das Geld des Großen Landes „ausleihen“. Dieses „borgen“ ist nichts anderes als Raub. Es ist kein Diebstahl, denn Diebstahl geschieht im geheimen, Raub geschieht in aller Öffentlichkeit. Die ausgeliehene Menge kann von diesen Gemeinschaften nicht zurückgezahlt werden. Das wird aber zurückgezahlt werden, denn sie werden die Verlierer sein. Nun ist heute von der Gemeinschaft entschieden worden, dass der Raub vorläufig nicht stattfindet. Die Gemeinschaft ist an den noch bestehenden Gesetzen gescheitert, oder es ist ihr klar geworden, dass dieser Raub Folgen hat. Wenn dieser Raub gelingt, glaubt niemand mehr an die Vertrauenswürdigkeit dieser Gemeinschaften.
Dieses alles erinnert mich an das englische Kinderlied, an die „Drei blinden Mäuse“. An die drei Mäuse, die der Frau des Bauern hinterherrannten. Der Grund war, dass diese „drei Mäuse“ sich an dem Grund und Boden der Frau des Bauern bereichern wollten. Es kann auch sein, dass sie von ihrem blinden Glauben geblendet waren. Die „drei Mäuse“ wurden geblendet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das war damals so, heute werden solche Vergehen anders gelöst.
Drei blinde Mäuse, drei blinde Mäuse.
Sieh, wie sie rennen, sieh, wie sie rennen.
Sie rannten alle der Frau des Bauern hinterher.
Sie schnitt einen Käse mit einem gekrümmten Messer,
Hast du jemals so etwas gesehen in deinem Leben,
Wie drei blinde Mäuse?
Drei blinde Mäuse, drei blinde Mäuse.
Sieh, wie sie rennen, sieh, wie sie rennen.
Sie rannten alle der Frau des Farmers hinterher.
Die ihre Schwänze abschnitt mit einem gekrümmten Messer,
Sahst du jemals so etwas in deinem Leben,
Wie drei blinde Mäuse?
Bei den „drei blinden Mäusen“ handelte es sich um protestantische Loyalisten (die Oxford Martyrs, Ridley, Latimer und Cranmer), die beschuldigt wurden, gegen Königin Maria I., die Tochter Heinrichs VIII., eine Verschwörung geplant zu haben und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden ; die „Blindheit“ der Mäuse bezog sich auf ihren protestantischen Glauben.
Scheinbar wiederholt sich die Geschichte immer wieder, nur in anderen Ländern. Man muss ja diesem Kinderlied nicht Glauben schenken. Aber gibt es denn nicht Ähnlichkeiten in der Gegenwart?