Politik – Wer ist informiert?
Wer die Wahrheit hat, darf das dumme Volk auch ein wenig belügen
Frei nach Platons Der Staat – Politeia
Nur etwa 2 Prozent der Deutschen sind Mitglied in einer politischen Partei, was einer sehr geringen Beteiligung entspricht. 1990 waren es noch rund 3 Prozent. Die Mitgliederzahlen der großen Volksparteien sind rückläufig, wobei die SPD Ende 2024 mit rund 357.000 Mitgliedern zu den größten zählt, gefolgt von der CDU (Statista). Der Mitgliederverlust ist leicht mit der Politik dieser beiden Parteien zu erklären. Es wird sicher noch mehr Austritte geben.
Je nach Umfrage und Fragestellung sind 55–70 Prozent der Bevölkerung politisch „interessiert“. Welchen Medien vertraut der deutsche Bürger? In einer in Statista veröffentlichen Statistik vertrauen 65 Prozent der ARD, 63 Prozent dem ZDF und 63 Prozent den Tageszeitungen. Der Die Zeit als Wochenzeitung vertrauen immer noch 56 Prozent. 25 Prozent vertrauen keinem großen Medium.
Ich kann dieses Verhalten schon verstehen. Die arbeitende Bevölkerung hat nach einem 8-Stunden-Arbeitstag entweder keine Lust oder keine Zeit sich gezielt zu informieren. Dazu gehören auch manche Rentner, die ja auch keine Zeit haben. Wenn, dann wird TV geschaut oder die Tageszeitung gelesen. Was dabei herauskommt, das sieht man an dem was diese Medien visuell bringen oder drucken. Es sind wenig oder nicht recherchierte Berichte, ich bezeichne sie oft als Narrative. Ich weiß, das kling hart, es ist aber sehr oft der Fall. Was kann man schon vom Staatsfernsehen oder den Zeitungen der großen Print-Konzerne, wie Bertelsmann, Mohn und Madsack-Medien Gruppe anders erwarten. Dazu gehört auch RND. Hinter dem Redaktions Netzwerk Deutschland (RND) steckt die MADSACK Mediengruppe, eine 100%ige Tochter der Verlagsgesellschaft Madsack, die wiederum mehrheitlich der SPD-Verlagsgruppe ddvg gehört. Sie befolgen alle ihre eigenen oder die Ziele der Regierungs-Parteien und deren Mitläufer.
Dazu fällt mir Platons Höhlengleichnis ein. Ich zitiere:
„Das Höhlengleichnis von Platon ist eines der bedeutendsten Gleichnisse der antiken Philosophie. Es zeigt den Weg des Philosophen zu echter Einsicht: Den Weg von den Schattenbildern in der dunklen Höhle hin zum Licht des Erkennens. Ziel ist es, den Unterschied zwischen Schein und wahrer Wirklichkeit zu erkennen. Das Höhlengleichnis spornt uns auch heute noch an, uns von den eigenen Fesseln zu befreien um ein freiheitlicher, eigenständig denkender, geistig bewusst lebender Mensch zu werden.“
Die Geschichte
Platon beschreibt das Höhlengleichnis als Gespräch seines Lehrers Sokrates mit Glaukon. Darin fordert Sokrates Glaukon zu einem Gedankenexperiment auf, in dem er sich folgende Situation vorstellen sollte: Menschen, die zeitlebens in einer unterirdischen Höhle wohnen, von der aus ein breiter Gang zur Erdoberfläche führt. Sie sind alle mit Ketten an Nacken und Beinen gefesselt, sodass sie weder ihren Kopf zur Seite bewegen, geschweige denn sich umdrehen können. Das einzige, was sie erblicken, ist die Felswand vor ihnen. Sie können ihren Blick weder dem Ausgang zuwenden, noch dem Feuer, das weit hinter ihnen flackert. Das einzige, das sie wahrnehmen können, ist die Felswand vor Ihnen. Dort sehen sie lediglich die Schatten von Gegenständen, die hinter ihnen vorübergetragen und vom Schein eines Feuers als Schattenbilder an die Wand geworfen werden. Sie ahnen weder etwas von den Trägern, von dem Feuer, noch von den Gegenständen. Stattdessen halten sie die Schattenbilder für die einzig wahre Wirklichkeit.
Was geschähe, bittet Sokrates Glaukon sich vorzustellen, wenn nun einer der Gefangenen plötzlich losgebunden und dazu gezwungen würde, aufzustehen und sich umzudrehen? Zum Ausgang der Höhle und dem Feuer zu schauen. Sich den Gegenständen zuzuwenden, von denen er bisher nur den Schatten gesehen hat. Was würde passieren? Dieser Mensch würde zunächst schmerzhaft vom Licht geblendet und total verwirrt werden. Im ersten Moment würde er die neuen Dinge in seinem Blickfeld für weniger real halten, als die vertrauten Schattenbilder. Nach einiger Zeit gewöhnt er sich daran und hält die Dinge schließlich für wahr und echt. Da das Feuer ihn blendet und seine Augen schmerzt, möchte er aber lieber wieder ins vertraute Dunkel der Höhle zurück.
Zum weiteren Aufstieg muss man ihn also zwingen. Nach dem beschwerlichen Weg aus der Höhle in die obere Welt wäre der Befreite vom Glanz des Sonnenlichts geblendet und zuerst noch verwirrter. Doch dann gewöhnen sich seine Augen langsam an den neuen Anblick: Er sieht die Menschen, die Gegenstände, die Pflanzen und die Welt, wie sie wirklich ist. Schließlich wird ihm bewusst, dass die Sonne die Lichtquelle ist, die die Schatten erzeugt. Nachdem er nun die wahre Wirklichkeit erkannt hat und schätzt, würde ihn nichts mehr zurück in die finstere Schattenwelt der Höhle ziehen.
Sollte er dennoch an seinen alten Platz in der Höhle zurückkehren, um seine ehemaligen Mitgefangenen zu befreien, so würden sie ihn auslachen. Sie würden ihm nicht glauben und die bequeme Höhle der Erkenntnis vorziehen. Damit nicht genug: Wenn jemand versuchen würde, die Angeketteten zu befreien und nach oben zu führen, würden sie ihn umbringen, wenn sie könnten, schreibt Platon und spielt dabei auf die Verurteilung des Philosophen Sokrates zum Tode an.
Die verkürzte Deutung des Höhlengleichnisses
Was will uns Platon mit seinem Höhlengleichnis sagen? Auch die Deutung liefert Platon mit. Demnach steht die Höhle für die Welt, die wir damit erkennen können. Für die Menschen ist ihre normale Umgebung alles was existiert. Der Aufstieg entspricht dem Erkennen dessen, was wir dann am Tageslicht sehen.
Für Platon ist das Höhlengleichnis ein Plädoyer für einen Bildungsweg, den er als Prozess der Befreiung beschreibt. Platon will mit seinem Höhlengleichnis den Menschen dazu motivieren, aus dem Dunkel ins Licht zu gehen. Demnach hat sich der „unwissende“ Mensch von seinem Ursprung abgewandt und hält nur die äußeren Erscheinungen für die absolute Wahrheit. Er ist davon überzeugt, dass nur die Erkenntnisse aus der Schattenwelt der Höhle die einzige Wahrheit darstellen. Aus der Höhle herauszukommen bedeutet für Platon, zur Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen.
Seien wir also mutig, verlassen wir die Schein-Welt unseres Alltagstrotts, auch wenn es zunächst schwerfällt und schmerzhaft ist, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Befreien wir uns von den eingefahrenen Denkmustern und werden zu eigenständig denkenden, freien Mensch und zum Herrscher unseres Seins. Informieren uns nicht nur mit den Sendungen Der TV-Anstalten und der etablierten Print-Medien. Wir können uns auch anderweitig informieren, dazu gibt es sehr viele andere Möglichkeiten. Wir müssen uns aber dazu aufraffen, auch gegen den Strom zu schwimmen. Gegen den Strom schwimmen nach dem Spruch: Wer immer mit dem Strom schwimmt, wird im Ozean verschwinden.