Friedrich Merz – Kanzler auf Probe?

Friedrich Merz – Kanzler auf Probe?

Tiere wollen dominieren – der Mensch hat die Sucht nach Macht
Unbekannt

Friedrich Merz hat nicht nur den Wehrdienst bei der Bundeswehr absolviert, er wurde als Fahnen-Junker entlassen. Mit einem Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung konnte er dann Jura studieren. Die nächste Stufe war dann die Ausbildung in der Justiz, das Staatsexamen als Abschluss.

Man sollte meinen, dass Friedrich Merz dann eine Karriere als Anwalt anstrebt. Nein, er versuchte eine andere Richtung in der Justiz einzuschlagen, als Richter auf Probe im Amtsgericht Saarbrücken. Der Werdegang eines Richters ist für viele Juristen eine Herausforderung. Das Höchste Amt als Richter ist in der Bundesrepublik Deutschland der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Bis dorthin ist es ein langer und beschwerlicher Weg. Nur wenige Personen erreichen dieses Amt.

Dazwischen gäbe es noch viele erstrebenswerte Ämter, vielleicht als Präsident eines Amtsgericht, als Präsident eines Landgerichts, oder auch bei einem Verwaltungsgericht. Auch dorthin ist es mehr oder weniger beschwerlich. Als Richter an einem Amtsgericht ist es manchmal schon langweilig, und mit nicht sehr viel Geld ausgestattet. Ein Amtsgericht ist die Stelle an der dann die Verkehrssünder aufschlagen, Verhandlungen wegen nicht gestandenen Geschwindigkeitsübertretungen, Betrügereien, Beleidigung und Verleumdung, Einstweilige Verfügungen in Persönlichkeitsdelikten und auch schmutzige Wäsche bei Auseinandersetzungen bei Ehescheidungen usw. usw. usw.

Es kam anders. Friedrich Merz hat diesen Karriereweg nicht einschlagen. Warum? Ich weiß es nicht, ich hatte nicht die Gelegenheit ihn dazu zu fragen. Vielleicht hat ihm der Weg als Richter zu lange gedauert, nicht herausfordernde genug, vielleicht war auch das Salär. Friederich Merz hat den Weg des Anwalts eingeschlagen, anfangs als Syndikus beim Verband der Chemischen Industrie. Leider, denn mit dem Weg als Richter währe Friedrich Merz uns mit Sicherheit als Bundeskanzler erspart geblieben. Eine andere Meinung kann ich mir, nach all diesen Tatsachen, nicht bilden.

So nahm seine Karriere als Anwalt und Politiker seinen Lauf. Im Europäischen Parlament, als Abgeordneter Im deutschen Bundestag, als Fraktionsvorsitzer der CDU/CSU. Als Fraktionsvorsitzender vertrieben von Angela Merkel, die diese Funktion für sich beanspruchte.

Bis Friedrich Merz wieder in den Bundestag zurückkehrte verdingte er sich als Aufsichtsrat bei Banken, dann auch bei BlackRock. Darüber habe ich in andern Beiträgen zu Friedrich Merz geschrieben. Nun ist er unser Kanzler auf Zeit.

Friedrich Merz wurde nur deshalb Kanzler weil die SPD eine Mitgliederbefragung zur Koalition mit CDU-CSU durchgeführt hat. Von den 325.250 Mitgliedern haben nur 200.620 an der Abstimmung teilgenommen, die anderen hat es nicht interessiert. 169.725 Mitglieder haben für Ja gestimmt. 46.498186 gültige Stimmen wurden zur Wahl 2025 abgegeben. Nach Adam Ries sind dann die Ja-Stimmen der SPD zur Koalition zu den Gesamtstimmen 0,3428 Prozent. Das heißt im Klartext, dass 0,3428 Prozent der gesamten Wähler bestimmt haben, dass Friedrich Merz im Bundestag zum Kanzler gewählt werden konnte.

Na ja, Friedrich Merz hat dann auch beim ersten Wahlgang auch keine Mehrheit bekommen. Er ist auch der einzige Bundeskanzler, der einen zweiten Wahlgang gebraucht hat.