Vom Abi an die Front
„Vom Abi an die Front“ – Die ARD als Söldnerwerber
„Niemand, der bei Verstand ist, zieht den Krieg dem Frieden vor; denn in diesem begraben die Söhne ihre Väter, in jenem die Väter ihre Söhne“
Herodot
Ein Sender der ARD bringt einen Jugendfilm online. Am 16.12.2025 unter dem Titel „Vom Abi an die Front“ und am 18.12.2025 auf YouTube mit dem Titel „Warum junge Deutsche freiwillig im Ukraine-Krieg kämpfen“. Dieses Video soll eine Berichterstattung über junge Deutsche in der Ukrainischen Armee sein.
Dieser sogenannte Jugendfilm ist ein Musterbeispiel dafür, dass dieses Video nicht nur eine Berichterstattung ist, sondern eine Werbung zum Eintritt in die ukrainische Armee. So empfinde ich dies, und ich denke, dass es nicht nur mir so geht, sondern vielen anderen, die dieses Video sehen. Das sind inzwischen schon sehr viele.
Der sogenannte Bericht erzählt von Abenteuerlust, es kommt auch Töten darin vor. Ich finde, eine beschönigende Berichterstattung, also auch eine Werbung für das kämpfen in einer fremden Armee, in der „Internationalen Legion“ und im „Azov International Battalion“ der ukrainischen Armee.
In der Reportage „Vom Abi an die Front“ begleiten die Y-Kollektiv-Reporter Samuel Häde und Patrick Enssle junge Deutsche über mehrere Monate in der Ukraine – und stellen die Frage: Was treibt sie an? Warum riskieren sie ihr Leben für ein fremdes Land? Noah ist einer von denen, um die es geht.
„Dass der Soldatenberuf in der Ukraine auch bedeutet, Menschen zu töten, ist Noah bewusst. Für ihn heiligt der Zweck die Mittel. Das ist jetzt, brutal gesagt oder zynisch gesagt, für den größeren Sinn, um die demokratische Weltordnung aufrechtzuerhalten“, sagt er (Hessenschau vom 17.12.2025). Ja, diese Aussage ist brutal und zynisch. Noah muss die „demokratische Weltordnung“ in der Ukraine verteidigen, wie wir Deutsche auch unsere Sicherheit am Hindukusch verteidigt haben. Nun ja, es ist ein Werbespot für Abiturenten (1).
„Wer sich der Armee anschließen will, kann sich online bewerben, etwa auf der Webseite der „Internationale Legion“ zur Verteidigung der Ukraine: https://ildu.mil.gov.ua/de/apply#apply-form. Auch bei der Spezialeinheit „Azov International Battalion“: https://www.azov.international/application-form. Darüber wird auch geschrieben: „Das Azov-Regiment gilt als Spezialeinheit In der Ukraine. In der Vergangenheit war es wegen rechtextremistischen Verbindungen umstritten. Eigenen Angab en zufolge grenzt sich die Einheit inzwischen klar davon ab“. Welch ein Hohn, Azov ist auch heute noch eine Nazi-Einheit, sie war es, die in Mariupol und an anderen Orten Kriegsverbrechen begangen hat. Sie wird nach dem Krieg dafür zur Rechenschaft gezogen werden, die Verantwortlichen sind bekannt.
Das deutsche Strafrecht stellt zwar nicht das Kämpfen für eine fremde Armee unter Strafe, aber dafür die Werbung dafür. In Paragraf 109h Strafgesetzbuch heißt es:
(1) Wer zugunsten einer ausländischen Macht einen Deutschen zum Wehrdienst in einer militärischen oder militärähnlichen Einrichtung anwirbt oder ihren Werbern oder dem Wehrdienst einer solchen Einrichtung zuführt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
Also, ist dies Werbung für eine Fremde Armee? Sie hätten es doch so machen können wie im ersten Fall, dass in aller Breite dargestellt wird, wie dieser Deutsche zu dieser Nazitruppe gelangt ist, aber der Form nach eine Darstellung eingehalten wurde. „Wer sich der Armee anschließen will“ ist für mich eine Vermittlung von Informationen dafür, um Nachahmern eine Anweisung zu geben.
Für mich macht dieser Satz aus dem ganzen Bericht einen Werbefilm mit dem Ziel, dass junge Deutsche in diese verschiedenen ukrainischen Einheiten eintreten. Damit ein klarer Verstoß gegen § 109h StGB, finanziert mit zwangsweise erhobenen Gebühren. Das ist aber noch nicht alles: Mit dieser Straftat haften alle, die an der Entstehung und Veröffentlich beteiligt waren. Das betrifft in diesem Fall die Autoren Samuel Häde und Patrick Enssle, den Produktionsleiter Arnold Konerding, die beiden Redakteure Martina Laundardt (HR) und Nino Seidel (Radio Bremen), die Formatredakteurin Julia Rehkopf und die Sendeanstalten.
Sollte ich oder ein anderer zu dieser Straftat eine Anzeige bei der Staatsanwalt einreichen, kann ich mir nicht vorstellen, dass beim aktuellen Zustand der deutschen Justiz eine Strafverfolgung erfolgen wird. Wir reden hier zwar von drei Monaten bis 5 Jahren Haft, bei einem strafrechtlichen Urteil müsste auch noch die Reichweite bewertet werden. Wie schon geschrieben: Am 20.12.2025 waren es auf YouTube schon 364.244, die diesen Beitrag angesehen haben, die Zuschauer, die das ARD-Original angesehen haben, sind in dieser Zahl noch nicht einmal enthalten.
Ja, letzten Endes wird das wieder einmal egal sein, so wie Recht und Gesetz inzwischen so gut wie immer egal sind, wenn es um die Ukraine geht. Aber wer weiß, die Höchststrafe ist üblicherweise auch die Verjährungsfrist. Das bedeutet: Vom letzten Datum der Verfügbarkeit dieses Filmchens an (16.12.2027), fünf Jahre in die Zukunft gerechnet, kann wegen dieser Werbung für eine fremde Armee noch ein Verfahren eingeleitet werden.
Nur: Dass dieser plumpe Versuch der Werbung nicht so erfolgreich ist, wie sich das die Ersteller vielleicht vorgestellt haben, ändert nichts an der Strafbarkeit. Nun, mal sehen, wer hier als Erster eine Strafanzeige stellt. Einen Versuch wäre es zumindest wert. Schlimmstenfalls bekundet dann auch noch die Strafverfolgung wieder einmal ihre Blindheit – oder hat keine Zeit, weil man Nachrichten in sozialen Medien verfolgen muss, die über ukrainische Nazis aufklären, statt für die Internationale Legion oder für Azov International Battalion zu werben.
Noch einen Satz: Im Februar sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj im Interview mit dem Journalisten Piers Morgan, dass bislang 45.100 Soldaten getötet und etwa 390.000 verletzt worden seien. Unabhängig überprüfen lässt sich das kaum. Militär-Experten schätzen die Zahl jedoch deutlich höher ein. Der letzte Satz sagt alles, was sonst hier nicht gesagt werden darf, denn die ukrainischen Verluste, Tote und Verletzte, sind weitaus höher. Selenskij kennt scheinbar die wirklichen Zahlen nicht, oder er sagt diese Zahlen, um seine Geld- und Waffen-Geber nicht zu erschrecken oder zu verärgern.
1 Ich meine damit nicht Abiturenten, die ihr Abi machen um dann zu studieren, nach dem Studium sich eine Existenz aufbauen und etwas für sich und andere leisten.