Friedrich Merz – Mandatsträger
Friedrich Merz – Mandatsträger
Es ist sehr merkwürdig, welche Veränderungen in einem Menschen vorgehen, wenn er auf einem Ministersessel sitzt
Konrad Adenauer
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte in den Pausen seiner politischen Laufbahn, oder parallel, auch andere Mandate bekleidet:
2002 bis 2004 Anwalt in einer Kölner Anwalts-Kanzlei
2005 bis 2014 Partner der internationalen Anwaltskanzlei Mayer Brown LLP, Chicago – Düsseldorf
2014 bis 2021 Senior Counsel bei Mayer Brown LLP.
2009 bis 2019 Vorsitzender der Atlantik-Brücke e. V
2010 bis 2019 Aufsichtsrat der Privatbank HSBC Trinkhaus & Burkhardt (angeblich auf Anraten des ehemaligen Bundeswirtschaftsminister von Otto Graf Lambsdorff – FDP. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft 1983 wegen der Flickaffäre und Steuerhinterziehung ermittelt)
2016 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender bei BlackRock Asset Management Deutschland
Friedrich Merz war auch noch in anderen Aufsichtsräten, ich nenne hier nur einige Unternehmen:
DBV-Winterthur Holding, Commerzbank AG, AXA Konzern, BASF Antwerpen N.V., Deutsche Börse und Stadler Rail.
Dies ist ein sehr langer Weg. 2002 hatte Angela Merkel den Fraktionsvorsitz für sich beansprucht. Ich frage mich: Warum hat Friedrich Merz Angela Merkel dieses Amt überlassen? Warum hat er diese Niederlage hingenommen? Er hätte doch dazu die Gelegenheit gehabt. Gut, Angela Merkel hatte eine schon erfolgreiche Karriere hinter sich. Sie war bereits 1991 bis 1994 Bundesministerin für Frauen und Jugend, 1994 bis 1998 Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1998 bis 2000 Generalsekretärin der CDU, und vor allem ab 2005 deren Bundesvorsitzende! Friedrich Merz war zu diesem Zeitpunkt auch schon 47 Jahre alt. Gegen diese Merkel-Macht kann man nicht angehen, vielleicht hat auch das nötige Profil und Netzwerk gefehlt.
Oder war das gar keine Niederlage, sondern eine Absprache, eine Beförderung? In allen nach 2002 folgenden Funktionen hat Friedrich Merz anderen gedient, nicht der Bundesrepublik, nicht dem Deutschen Volk. Ich denke dabei vor allem an seine Arbeit für BlackRock Asset Management Deutschland, an seine Zeit als Vorsitzender der Atlanik Brücke e. V. und als Aufsichtsratmitglied bei HSBC Deutschland.
Friedrich Merz hatte von 2009 bis 2021, also zwölf Jahre kein politisches Amt, weder als Abgeordneter, noch als Minister. Ich frage mich deshalb, wie kann ein Mann wie Friedrich Merz, der außerhalb einer politischen Funktion lebt, sich in dieser Zeit für das Amt eines Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland profilieren? Wie kann ich in dieser Zeit ein Netzwerk in der Partei aufbauen, in der ich zu Hause bin? Fragen über Fragen. Man sprach damals davon, als Friedrich Merz 2021 wieder in die Politik zurück ist, dass dies von Wolfgang Schäuble angeleiert worden sein soll
Als Partner einer großen Anwaltskanzlei, in den Aufsichtsrats-Gremien lernt man interessante, und auch fürs Weiterkommen nützliche Leute kennen. Man dient und kommt dadurch weiter. Der Atlantik Brücke e. V. vertieft die Verbundenhheit zu den USA.
Die Commerzbank AG wurde in der Finanzkrise 2007/2008 gewaltig durchgeschüttelt. Friedrich Merz war bis 2009 im Aufsichtsrat. Angela Merkel rettete die Commerzbank AG. Der Bund hatte 19 Prozent des Aktienkapitals mit frischem Geld eingebracht.
Friedrich Merz war weder im Aufsichtsrat von Mercedes, BMW, oder anderen großen DAX-Unternehmen. Bei VW wäre er sicher an Ferdinand Piech, Anteilseigner, Vorstandsvorsitzender und ab 2002 Vorsitzender des Aufsichtsrats, gescheitert. Ferdinand Piech war von Anfang Unternehmer, kein Manager. Er war der Mann, der Audi-NSU, Audi und damit auch VW geprägt hat. Ein Mann wie Piech war nicht der Mann, der sich von anderen in sein Geschäft reinreden oder reindirigieren gelassen hat. Das haben ganz andere versucht, sie mussten alle zurückstecken.
Die Privatbank HSBC Trinkhaus & Burkhardt, ab 2021 HSCB Deutschland, ist eine Tochter der HSBC Holding Singapore, heute registriert in London. Friedrich Merz war dort von Juni 2010 bis 2019 Aufsichtsratsmitglied.
Gegen die HSBC Holding PLC gab es in der Vergangenheit immer wieder Verfahren (1):
2010 Consil de la Concurrence – Zusammen mit 10 anderen Banken Geldbuße 381,1 Millionen Euro, wegen Verabredung zur Berechnung von Scheckgebühren
2010 Amerikanische Behörden – Geldstrafe 1,75 Millionen US-Dollar wegen des Verkaufs riskanter Anlageprodukte
2011 Britische Behörden – Geldstrafe 10,5 Millionen Pfund, weil sie ältere Kunden, von denen manche in Altersheimen lebte, „unangemessenen“ beraten hätten
2012 US-Senat – Rüge wegen ihrer „durch und durch versauten Unternehmenskultur“. Die Vorwürfe betrafen Geldwäsche für Terroristen und Drogenhändler
2012 Einigung mit der US-Staatsanwaltschaft auf Geldbuße 1,9 Milliarden US-Dollar wegen unzureichender Kontrollen, die Geldwäsche in der Vergangenheit möglich gemacht haben. Dies war die höchste Geldstrafe, die für eine solche Straftat je gezahlt wurde. Eine Strafverfolgung fand nicht statt, HSBC hätte ihre Banklizenz in den USA wahrscheinlich verloren, und damit zur Destabilisierung des gesamten Bankensystems geführt hätte
2013 Vergleich mit amerikanischen Behörden, Zahlung von 249 Millionen US-Dollar wegen fragwürdiger Methoden bei Hauspfändungen.
2014 Amerikanische und britische Behörden – Zahlung von 550 Millionen US-Dollars, wegen falschen Angaben beim Verkauf von Hypothekenanleihen
2015 Swissleaks-Skandal
2016 Panama Papers
2016 US-Bundesjustizministerium und Justizministerien der Bundesstaaten – Strafe von 470 Millionen Dollar für Verhalten in der Finanzkrise 2008. HSBC hat „automatisiert“ Zwangsvollstreckungen bei säumigen Hypothekenzahlungen veranlasst. HSBC zahlte den betroffen Hausbesitzer außerdem 59,3 Millionen Dollar als Entschädigung. HSBC verpflichtete sich weiterhin, ihre Vorgehensweise zu ändern
2017 Strafe 32,5 Millionen Dollar, HSBC ist Anordnungen nicht nachgekommen
2018 Zahlung von 100 Millionen in einem Rechtsstreit in den USA. HSBC war vorgeworfen wordenzusammen mit anderen Großbanken den Libor-Zins künstlich niedrig gehalten zu haben
2018 US-Behörden – Vergleich im Streit um toxische Hypothekenpapiere die vor der Finanzkrise ausgegeben worden waren. Zahlung 765 Million Dollar
2019 US-Justizministerium – Zahlung von 192 Millionen Dollar, dafür Einstellung von Ermittlungen gegen eine Schweizer Tochter der HSCB. Diese Tochter soll US-Kunden geholfen haben Steuern zu hinterziehen
2020 Enthüllungen durch Fin-Com Files.
Friedrich Merz war bei HSBC Deutschland im Aufsichtsrat. Hat Friedrich Merz in dieser Zeit nie etwas von den Geschehnissen um die HSBC Holding PLC mitbekommen? Hat man ihn in dieser Zeit nicht darüber als Aufsichtsrat informiert? Wenn nicht, dann ist die Informationskette im Unternehmen sehr schwach oder unterbrochen. Die Medien, TV und Zeitungen waren in dieser Zeit voller Schlagzeilen, in Deutschland und im Ausland. Ich stelle mir deshalb die Frage, muss sich nicht jeder darüber seine eigenen Gedanken machen ?!. Vielleicht ist dies zuviel verlangt.
1 nachzulesen bei Wikipedia, Hinweis auf viele Zeitungsartikel und TV-Nachrichten, Lab News und mit der KI www.grok.com