Monroe-Doktrin von 1823

Die Politik ist keine Wissenschaft, die man lernen kann, sie ist eine Kunst, und wer sie nicht kann, der bleibt besser davon
Otto von Bismarck

Pressekonferenz Donald Trump am 3. Jan. 2026 auf seinem Anwesen in Balm Beach Florida.

 Die Vereinigten Staaten von Amerika haben auf Befehl des Präsidenten Donald Trump den souveränen Staat Venezuela überfallen und den frei gewählten Präsidenten Nicolas Madura und seine Ehefrau entführt, gekidnappt. Sie wurden auf ein Schiff der US-Flotte gebracht und anschließend nach New York geflogen.

Präsident Trump hat in dieser Pressekonferenz, zusammen mit dem Außenminister Marco Rubi, dem Kriegsminister Pete Hegseth und dem Chief of Staff Can Cane über diesen Vorgang ausführlich berichtet. Er begründete ausführlich, warum diese Aktion durchgeführt wurde. Eine weitere Begründung war: Die in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) vom November 2025 geltend gemachte „Monroe-Doktrin“ (1).

In dieser neuen NSS steht auf Seite 15:
A. Westlich Hemisphäre: Die Trump-Ergänzung zur Monroe -Doktrin
„Nach Jahren der Vernachlässigung werden die Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin wieder geltend machen und durchsetze, um die Vorrangstellung Amerikas in der westlichen Hemisphäre wieder herzustellen und unser Heimatland sowie unseren Zugang zu wichtigen geographischen Gebieten in der gesamten Region zu schützen. Wir werden Wettbewerbern außerhalb der Hemisphäre die Möglichkeit verweigern, Streitkräfte oder andere bedrohliche Kapazitäten in unserer Hemisphäre zu positionieren oder strategisch wichtige Vermögenswerte zu besitzen oder zu kontrollieren. Diese „Trump-Ergänzung“ zur Montoe-Doktrin ist eine vernünftige und wirksame Wiederherstellung der Macht und Prioritäten, die mit den amerikanischen Sicherheitsinteressen im Einklang stehen.“

Ja, Donald Trump fügt der Monroe-Doktrin wegen Venezuela eine weitere „Ergänzung“ der Monroe-Doktrin zu.

Was ist die Monroe-Doktrin? Die Monroe-Doktrin ist ursprünglich entstanden aus den Differenzen zwischen Russland und den USA über die Besitzungen Russlands an der nordwestlichen Küste Amerikas, dem heutigen Alaska. Gleichzeitig waren die USA bemüht, neue Kolonisation der europäischen Mächte (Großbritannien, Spanien, Portugal und Frankreich) in Mittel- und Südamerika zu verhindern oder einzudämmen. Später waren z. B. der Panama-Kanal und andere Angelegenheiten für die Erweiterung der Doktrin, zum Gegenteil der ursprünglichen Doktrin, der Anlass.

Entstehung und ursprünglicher Inhalt der Monroe-Doktrin. Es ist die Botschaft des Präsidenten Monroe vom 9. Dezember 1823 an den Kongress.

Aus Abs. 7   Es geht hier um Russland und die Gebiete in Süd- und Mittelamerika … „Im Hinblick auf die Erörterungen, zu denen dieses Interesse Anlass gegeben und auf das Übereinkommen, in dem sie möglicherweise ihren Abschloss finden werden, ist die Gelegenheit für angebracht gehalten worden, es als einen Grundsatz aufzustellen, der die Rechte und Interessen der Vereinigten Staaten berührt, dass die amerikanischen Kontinente zufolge der freien und unabhängigen Stellung, die sie sich errungen haben und behaupten, fürderhin nicht mehr als Gegenstände für zukünftige Kolonisation durch irgendwelche europäischen Mächte anzusehen sind …..“.

 Aus Abs. 48   Es geht hier um die Besitzungen Spaniens und Portugals …“Die Bürger der Vereinigten Staaten hegen die freundlichsten Gefühle für die Freiheit und das Glück ihrer Mitmenschen auf jener Seite des atlantischen Ozeans. An den Kriegen der europäischen Mächte um ihre eigenen Angelegenheiten haben wir nie teilgenommen, noch verträgt sich eine solche Handlungsweise mit unserer Politik. Nur wenn in unsere Rechte eingegriffen wird, oder sie ernstlich bedroht sind, nehmen wir Kränkungen übel oder treffen Vorbereitungen zu unserer Verteidigung …Wir schulden es deshalb der Aufrichtigkeit und den freundschaftlichen, zwischen den Vereinigten Staaten und jenen Mächten bestehenden Beziehungen, zu erklären, dass wir jedweden Versuch ihrerseits, ihr System auf irgend welchen Teil dieser Hemisphäre auszudehnen, als gefährlich für unseren Frieden und unsere Sicherheit ansehen würden. In den bestehenden Kolonien oder Dependenzen irgend einer europäischen macht haben wir uns nicht eingemischt und werden uns nicht einmischen. Aber wir könnten einen Eingriff seitens einer europäischen Macht in die Regierungen, die ihre Selbständigkeit erklärt und sie aufrecht erhalten haben, und deren Unabhängigkeit wir nach großer Überlegung und auf Grund gerechter Prinzipien anerkannt haben, zu dem Zwecke sie zu unterdrücken oder in irgend einer Weise ihr Schicksal zu bestimmen, in keinem anderen Lichte denn als Kundgebung eines unfreundlichen Verhaltens gegenüber den Vereinigten Staaten ansehen“.

Aus Abs. 49   Hier geht es um die damaligen Ereignisse in Spanien und Portugal und das Wirken der „Heiligen Allianz“… „Wie weit solches Einschreiten auf Grund desselben Prinzipes getrieben werden kann, ist die Frage, an der alle unabhängigen Mächte, deren Regierungsformen von der jener abweichen, sogar die entlegensten und sicherlich keine mehr als die Vereinigten Staaten interessiert sind. Unsere Politik bezüglich Europas, die in einem früheren Zeitpunkt der Kriege, welche so lange jenen Teil des Erdballs aufgeregt haben, angenommen wurde, bleibt nichtsdestoweniger dieselbe, nämlich, nicht in die inneren Angelegenheiten, irgend einer ihrer Mächte eingreifen, die de facto Regierung als die für uns rechtmäßige anzusehen, freundliche Beziehungen mit ihr zu pflegen, und solche Beziehungen durch eine freimütige, feste und männliche Politik zu erhalten, den gerechten Ansprüchen jeder Macht in allen Fällen zu genügen und dabei Unbill von keiner hinzunehmen“.

In dieser Zeit hatten sich die südamerikanischen Kolonien Spaniens mit langjährigen Freiheitskämpfen von Spanien befreit. Wie wir aus Geschichte kennen, war Simon Bolivar der Anführer aller Unabhängigkeitskriege gegen die spanische Kolonialherrschaft in Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador. Auch an den Unabhängigkeitsbemühungen in Peru und in Bolivien, war er maßgeblich beteiligt. Bolivien wurde nach ihm benannt.

Aus dieser Zeit gesehen, ist die Monroe-Doktrin von  1823 eine Botschaft an die europäischen Mächte über die außenpolitische Position der USA. Die USA haben damit gesagt, dass sie jegliche ausländische Einmischung in die westliche Hemisphäre, also Amerika, ablehnt. Auf den europäischen Kolonialismus bezogen, besagt diese Botschaft, dass jede Intervention ausländischer Mächte in die politischen Angelegenheiten Amerikas einen feindseligen Akt gegen die Vereinigten Staaten darstellt.

Mit einem Satz: Die weitere Kolonisierung Amerikas durch europäische Länder ist verboten – Amerika den Amerikanern

Die Vereinigten Staaten haben die Monroe-Doktrin im Laufe der letzten Zweihundert Jahren immer wieder, wie sie sagen, erweitert. Diese „Erweiterungen“ waren aber nicht zum Vorteil der Staaten und Länder, für die sie dem Grunde nach gedacht und auch so formuliert wurde. Im Jahr 1904, frustriert über die zunehmende Instabilität in Lateinamerika, erklärte Roosevelt, er werde die Monroe-Doktrin von 1823 „modifizieren“. Es ging nur darum, die amerikanische Vorherrschaft über diese Hemisphäre zu sichern und sie vor europäischer Einmischung zu schützen. Es gibt sehr viele „Erweiterungen“ in Südamerika. Die bekanntesten Beispiele sind die Chile, Nicaragua, Panama, Puerto Rico usw. usw. usw.

Donald Trump hat entweder die Doktrin von 1823 nicht verstanden, oder er will sie nicht verstehen. Dann will er machen was er will. Die jüngste „Modifizierung oder Erweiterung“ ist der Überfall auf Venezuela und die Entführung des frei gewählten Präsidenten eines souveränen Staates und seiner Ehefrau. Donald Trump hat bereits in seiner ersten Amtszeit die Voraussetzungen für die heutige Situation in Venezuela geschaffen.

Die USA sind heute noch ein Imperium, das macht was es will. Es ist die Verkörperung der Macht des Stärkeren. Die USA handeln wie das vergangene Römische Imperium und das untergegangene Imperium des Commonwealth. Großbritannien ist das jüngste Beispiel dafür, wie ein Imperium sich selbst auflöst. Die USA sind seit einiger Zeit dabei ihre Bedeutung in der Welt in Frage zu stellen und ihe Vorherschaft zu verlieren.

1 Link zur Nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerka – November 2025
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Trump trifft Putin – Zwei Staatsmänner

Mit diesem Zitat von Erich Kästner meine ich nicht die beiden Staatsmänner, den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Donald Trump und den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin. Damit würde ich beide beleidigen. Wen ich damit meinen könnte, das überlasse ich Ihrer Fantasie, den Lesern dieses Beitrages. 

Ich habe das Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin am 15. August von Anfang bis Ende life verfolgt. Donald Trump ging Wladimir Putin, von seinem Flugzeug kommend, auf dem Roten Teppich entgegen. Sie haben sich begrüßt, es war eine Herzlichkeit und Respekt zu sehen, wie wenn sich zwei Freunde begrüßen, die sich eine längere Zeit nicht gesehen haben. Der Umgang der beiden miteinander war nicht nur staatsmännische Freundlichkeit, sondern eine Begegnung auf Augenhöhe, ein Treffen der Präsidenten zweier Weltmächte.

Die Gespräche dieser beiden Männer dauerten drei Stunden, das geplante Essen ist ausgefallen. Das Treffen endete am Samstag gegen 1 Uhr (MEZ) mit einer kurzen Pressekonferenz von etwa 12 Minuten, ohne Fragen und Antworten. Wichtig war für mich die Pressekonferenz zum Abschuss dieses Treffens. Diese Pressekonferenz sagte das aus, wie das Gespräch der beiden verlaufen ist. Ich gehe nicht weiter darauf ein, machen Sie sich selbst ein Bild davon, das Video ist hier

In der Woche vor dem Treffen waren die Zeitungen voll von Artikeln und Kommentaren. Nicht nur die Zeitungen, auch die sogenannten „Öffentlich-Rechtlichen“ und privaten TV- und Radio-Stationen, haben sich mit unsachlichen, beleidigenden Beiträgen hervorgetan. Das war auch nicht anders zu erwarten. Darauf gehe ich hier nicht ein.

Bereits am Samstag haben sich dann alle mit „Berichten“ überschlagen. Wenn davor davon die Rede war, dass Trump und Putin nicht über die Köpfe Wladimir Selenskij und der Führer der NATO-Staaten hinweg Entscheidungen über die Zukunft der Ukraine treffen dürfen, so wird nun darüber geredet, dass es keine Ergebnisse aus dem Treffen zu erkennen gibt. Es ist immer so, dass „Nichtgefragte“ vorher und nachher sich so äußern.

Putin am 15. August 2025 in Alaska?

„In der Politik passiert nichts zufällig. Wenn es doch passiert, war es so geplant“
Franklin D. Roosevelt nicht bewiesen

Der US-Präsident Donald Trump will sich mit Wladimir Putin, dem Präsidenten Russlands, in Alaska treffen. So die Presse-Berichte.

Ich frage mich: Was soll Wladimir Putin in Alaska? Trump will mit Putin über das Ende des Krieges in der Ukraine sprechen. Trump spricht schon lange über das Ende dieses Krieges, liefert aber immer noch Waffen und Geräte in die Ukraine. Wenn nicht die USA, dann die EU, und damit die NATO.

Die Ziele Russlands waren und sind noch immer: Die gesamte Befreiung der Gebiete Lugansk, Donezk, Saporoschje und Cherson von ukrainischem Militär. Diese Ziele sind noch nicht erreicht. Weiter braucht Russland für die dann befreiten Gebiete eine Pufferzone. Diese Pufferzone wird sich über weitere Gebiete, 100 bis 200 km bis zum Dnjepr, erstrecken. Ohne diese Pufferzone sind die befreiten Gebiete nicht sicher. Das Regime unter Selenskij, oder einem gleich gearteten Machthaber, wird sonst diese Gebiete weiterhin mit weitreichenden Waffen bekämpfen können.

Weitere Ziele sind die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der gesamten Ukraine. Odessa wird von vielen ethnischen Russen bewohnt und hat den Hafen, in dem Waffen aus dem Westen angelandet werden können. Das wird Russland nach der Entmilitarisierung verhindern wollen. Im Odessaer Gewerkschaftshaus wurden zur Zeit des Maidan-Putsches 48 Menschen durch einen Brand tödlich verletzt oder davor zu Tode geprügelt. Russland kennt die Täter und hat diese Taten nicht vergessen. Odessa wird ein Teil dieser Pufferzone werden. Teile der russischen Armee sind heute im Bereich Sumy und Charkow. Auch diese Gebiete liegen in der Pufferzone. Wenn diese Ziele erreicht sind, werden die Pufferzone und die heute schon zu Russland gehörenden Gebiete etwa ein Drittel der Ukraine ausmachen.

Donald Trump weiß um die Ziele Russlands. Trump hatte in seiner ersten Amtszeit die Möglichkeit die Aktivitäten der USA in der Ukraine zu stoppen. Obama, bzw. Hillary Clinton, sein Vize-Präsident Joe Biden haben die Ukraine zu dem gemacht, was die Ukraine heute ist. Die heutigen Machthaber werden sind deshalb nicht die Verhandlungspartner Russland. Russland wird seine Ziele verfolgen bis sie erreicht sind. Donald Trump kann sich mit diesen Zielen nicht anfreunden, und auch aus der Sicht amerikanischer Politik-Zielen nicht akzeptieren.

Deshalb frage ich mich: Was soll das Treffen mit Donald Trump in Alaska?

Wenn dieses Treffen stattfindet, dann kann die Ukraine nicht das wichtigste Thema sein. Wichtig sind die schlechten Beziehungen der USA zu Russland und zu China. Nur diese drei Staatsmänner können zusammen die heutigen Probleme aus der Welt schaffen. Die Europäer sind dazu nicht willens, und damit auch nicht fähig dazu beizutragen. Die EU und GB wollen Russland und China mit Sanktionen zerstören. Welch ein Wahnsinn!